Urlaub im Land der Kontraste

Der Fish River Canyon gilt – nach dem Grand Canyon des Colorado – als der zweitgrößte Canyon der Erde. Er beginnt bei Seeheim im Norden und hat seinen Ausgang bei Ai-Ais im Süden. Der etwa 650 km lange Fish River entspringt im östlichen Naukluft-Gebirge, wird bei Mariental durch den Hardap-Samm aufgestaut und mündet schließlich in den Oranje.

Wenn man heute auf den Fish River hinabschaut, glaubt man nicht, dass er einst die Kraft hatte, eine so große Erosionsleistung zu vollbringen. In der Tat fließt er heute nur äußerst langsam, zum Teil mit Unterbrechungen zwischen der winterlichen Trockenzeit und der sommerlichen Regenzeit. Gerade in der Trockenzeit sieht man nur vereinzelte Tümpel. In den Regenzeiten dagegen vermag selbst der gewaltige Hardap-Damm seine Fluten manchmal nicht zu halten. Im Jahr 1988 überflutete der Fluss die Stadt Ai-Ais.

Die entscheidenden Erosionstätigkeiten liegen schon lange zurück. In den so genannten Pluvialzeiten (Regenzeiten) führte der Fluss vor vielen Millionen Jahren sehr viel Wasser, so dass er sich in die Quarzite, Solomite und Kalksteine hineinfressen konnte. Im Gegensatz zum Grand Canyon in Arizona/USA ist der Fish River Canyon nicht ausschließlich ein Produkt der Erosion. Vielmehr ist der Hauptteil der Schlucht ein Einbruchstal.

Fußwanderungen sind, wenn nicht zu große Wasserknappheit herrscht, nur von Mai bis Ende August gestattet. Die Länge der Wanderung vom Aussichtspunkt im Norden nach Ai-Ais im Süden beträgt 86 km. Dafür muss man circa drei bis fünf Wandertage veranschlagen. Belohnt wird der Wanderer durch die wildromantische Szenerie des Canyons.

Ein besonderes Erlebnis ist ein 4-5-tägiges Maultiertrekking durch den Canyon: die Natur erkunden, in kaum berührter Umgebung wandern, am Lagerfeuer träumen und unter freiem Sternenhimmel einschlafen… Der Canyon liegt in der Überganszone zweier Wüstensysteme, der Nama- und der Sukkulenten-Karoo (der artenreichsten Wüste der Welt). Diese faszinierende Pflanzen- und Tierwelt sowie die skurrilen Formationen Jahrmillionen alter Gesteine und uralte Felsgravuren gibt es zu entdecken. Die Flora umfasst einzigartige Pflanzen wie Köcherbäume, Kandelaber-Euphorbien oder Tamarisken; in dem wildreichen Gebiet leben Bergzebras, Klippspringer, Kudus, Springböcke und Strauße. Von einem Hochplateau aus hat man einen atemberaubenden 360°-Panoramablick.

Etwa 20 km von Hauptaussichtspunkt des Canyons entfernt kann man wunderbar in der Canon Lodge übernachten. Man wohnt in originellen, zum Teil in den Fels gebauten riedgedeckten Unterkünften, die sich perfekt an die Landschaft anpassen. Das alte Farmhaus von 1908 dient als Restaurant, das mit guter namibischer Küche seine Gäste verwöhnt.

Lage: Der Fish River Canyon liegt im Süden von Namibia. Größe: Der Fish River Canyon ist 161 km lang, 549 km tief und bis zu 27 km breit. Besonderheiten: Es handelt sich um den zweitgrößten Canyon der Welt. Aber auch eine Flugsafari ist in Namibia sehr beliebt und lockt jährlich tausende von Urlaubern an.